[textbox]Fiat will 300.000 Autos pro Jahr in Russland bauen
Eine Woche nach den gescheiterten Verhandlungen mit der russischen Automobilgruppe Sollers hat der italienische Autobauer Fiat Pläne für den russischen Markt bekanntgegeben. Pro Jahr sollen 300.000 Autos in Russland gebaut werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Den russischen Behörden sei ein entsprechender Projektplan vorgelegt worden. Die Zahl liegt allerdings deutlich unter den mit Sollers anvisierten 500.000 Autos pro Jahr bis 2016. Kerngeschäft sollen die Marken Fiat sowie Jeep von Fiats US-Partner Chrysler sein, wie es hieß.
Viele Autohersteller lassen ihre Autos in Russland bauen, oder haben noch vor ihre Fabriken dort zu bauen. Die Löhne sind zwar nicht so niedrig wie in asiatischen Ländern, dafür hat der Fertigprodukt aus Russland eine bessere Qualität, als einer aus China. Je mehr Hersteller sowas machen, desto besser, denn es verschafft Arbeitsplätze, am besten sollten sie ihre Fabriken in Sibirien oder im Fernost eröffnen.
[textbox]VW steigt in Russland ein Kooperation mit GAZ-Konzern
Während die geplante Fusion der Autobauer Volkswagen und Porsche wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen zwei Porsche Ex-Vorstände ins Stocken geraten ist, läuft es für Europas größten Autobauer Volkswagen an einer anderen Front besser: VW steigt jetzt auch in den russischen Markt ein.
Volkswagen hat sich mit dem russischen Autobauer GAZ auf eine Kooperation geeinigt und will künftig 100.000 Autos im Jahr bei GAZ bauen lassen. Diese Kooperation werde beiden Seiten nützen, sagen Experten. Beim GAZ-Konzern, der für die Marke Wolga bekannt ist und zum Firmenimperium des Oligarchen Oleg Deripaska gehört, lässt seit November der frühere Magna-Manager, der Österreicher Siegfried Wolf, sein Knowhow einfließen.
Der russische Automarkt wurde von der Wirtschaftskrise besonders hart getroffen, gewinnt mittlerweile aber schnell wieder an Fahrt, während der europäische Automarkt immer noch stagniert. Viele Automobilhersteller drängen daher nach Russland, wo heuer Schätzungen zufolge rund 2,2 Millionen Autos verkauft werden, um 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Volkswagen werde von der Auftragsfertigung beim russischen Autobauer GAZ profitieren, sagt Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg.
Und GAZ erhält durch die Auftragsfertigung für Volkswagen Zugang zu westlicher Technologie und Erfahrung. Jährlich 100.000 Autos der Marken VW und Skoda sollen künftig bei GAZ im russischen Nischny Nowgorod vom Band rollen. GAZ produziert auch für andere westliche Hersteller, unter anderem für Daimler.