ZitatVital Estates will einen 480 Meter hohen drehenden Wolkenkratzer in Neu Belgrad bauen
Das niederländische Unternehmen Vital Estates wartet auf die Genehmigung der Stadtverwaltung, um einen drehenden, 80-stöckigen Wolkenkratzer in Neu Belgrad zu bauen. Eine Präsentation dieses einzigartiges Projekts fand gestern im Unternehmerklub der Gemeinde Neu Belgrad statt. Dabei wurde ein Abkommen über Zusammenarbeit zwischen Neu Belgrad und Vital Estates unterzeichnet.
Jedes Stockwerk sollte, dem Projekt zufolge, eine Fläche von 1.200 m2 einnehmen und kann mit Hilfe der Sonnen- bzw. Windenergie unabhängig vo anderen gedreht werden. Das erlaubt den Bewohnern, den Blick je nach Tageszeit zu wählen und das eigene Stockwerk entsprechend auszurichten. Solche Gebäude eignen sich besonders für Hotels, Büro- und Wohngebäude.
So etwas gebe es nirgendwo in Europa, erklärte Zoran Lukić, Vertreter von Vital Estates. Ein rotierendes Wolkenkratzer wäre etwas Einzigartiges, ein neuer Symbol von Belgrad und Serbien.
- Wenn die Stadt Belgrad und Gemeinde Neu Belgrad an der Realisierung dieses von Vital Estates finanzierten Projekts interessiert sind, werden wir seinen Entwickler, den in Italien beheimateten und weltweit bekannten Architekt David Fisher nach Belgrad bringen, um die revolutionäre Bautechnik und Möglichkeiten des Wohnturms zu präsenteieren - sagte Lukić.
Die Wohneinheiten des dynamischen Wolkenkratzers kommen aus der Fabrik und werden vor Ort nur noch an einem innen liegenden Gerüst befestigt. Das spare Arbeit und Geld. Das Zeitalter der Maurerkelle ist vorbei, sagte Fisher. Beton, mit dem man den rotierenden Wolkenkratzer bauen will, ist sechsmal leichter als Beton, den man beim klassischen Bau verwendet. Der neue Baustoff macht das Gebäude vollständig unabhängig vom städtischen Fernwärmenetz. Innovatorische Heiz- und Klimaanlagen ersparen bis zu 70% der Energie. Windturbinen zwischen den einzelnen Geschossen und Sonnenkollektoren auf jedem Stockwerk sollen den Energiebedarf decken und sogar noch die Nachbarschaft versorgen. Es werden weltweit die ersten Hochhäuser sein, die ihren Strom völlig autark produzieren, sagte der Architekt.
Zoran Lukić gab bekannt, dass ähnlicher 220-stöckiger Wohnturm bereits in Brasilien gebaut werde. Er sollte vor dem Anfang der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 bezugsfrei werden.
Von Fassaden blättert der Putz, Gebäude scheinen verlassen, ein Flotte Kampfflugzeuge steht hinter einem Zaun. Seit Jahren reist der Fotograf Boris Kralj nach Belgrad – die Heimat seiner Eltern und seiner eigenen Kindheit – und hält die architektonischen Fragmente des ehemaligen Jugoslawiens in Bildern fest. Neben deren abweisender Kälte erscheinen die Gesichter der Menschen in seinen Portraits umso wärmer und voller Leben. Die Ausstellung Yu & Me, My Belgrade ist bis zum 16. Februar in der Galerie Kollaborativ in Berlin zu sehen.